Unternehmenshistorie PayPal
PayPal geht auf den Zusammenschluss von Confinity und X.com im März 2000 zurück. Confinity wurde im Dezember 1998 von Max Levchin, Peter Thiel und Luke Nosek in Palo Alto, Kalifornien, gegründet. Ursprünglich war es eine Firma für Bezahlmethoden und Kryptografie für den Palm Pilot. Sowohl Confinity als auch X.com starteten ihre Webseiten Ende 1999. X.com wurde von Elon Musk im März 1999 gegründet, zunächst als Internet-Finanzdienstleister. Beide Firmen hatten ihre Büros an der University Avenue in Palo Alto. Confinitys Webseite war ursprünglich fokussiert auf „reconciling beamed payments“ von Palm Pilots mit Bezahlung per E-Mail als Merkmal. X.coms Webseite umfasste zunächst Finanzdienstleistungen mit Bezahlung per E-Mail.
Bei Confinity waren viele der ersten Angestellten ehemalige Mitarbeiter der Studentenzeitung „The Stanford Review“, die ebenfalls von Peter Thiel gegründet worden war. Die meisten der ersten Techniker kamen von der University of Illinois at Urbana-Champaign, wo sie von Max Levchin geworben worden waren. Auf Seiten von X.com rekrutierte Elon Musk ein breites Spektrum an technischem und Geschäftspersonal, einschließlich vieler, die aufs Engste mit dem Geschäftserfolg der Firma verbunden waren, wie zum Beispiel Amy Klement, Sal Giambanco, Roelof Botha, Sanjay Bhargava und Jeremy Stoppelman.[5]
Um potenziell betrügerischen Zugriff durch automatische Systeme zu blockieren, erdachten die Leute bei PayPal ein Captcha-System, bei dem die Benutzer Zahlen eingeben müssen, die ihnen auf einem unscharfen Bild angezeigt werden, das sie den Gausebeck-Levchin-Test nannten.
eBay beobachtete das Wachsen einer Reihe von Online-Bezahlfirmen und sah, dass sie zu Online-Auktionen passten. eBay kaufte im Mai 1999 Billpoint, also bevor es PayPal gab. eBay machte Billpoint zu seinem offiziellen Bezahlsystem, es „eBay Payments“ nennend, beschnitt aber die Funktionalität von Billpoint, indem es dies nur noch für Zahlungsvorgänge für eBay-Auktionen zuließ.
Deshalb wurde PayPal in Auktionen um Größenordnungen häufiger genannt als Billpoint. Im Februar 2000 gab es ungefähr 200.000 Auktionen täglich, die für den Service von PayPal warben. PayPal schaffte es, die erste Dotcom zu werden, die nach den Terroranschlägen am 11. September 2001 einen erfolgreichen Börsengang durchführte.
Eine mögliche Erklärung für die Entstehung von PayPal sind die Eigenheiten des Zahlungsverkehrs in den USA. Dort herrschen wegen des langen Verbots des bundesstaatenübergreifenden Überweisens im bargeldlosen Zahlungsverkehr Schecks und Kreditkarten vor, welche für die Begleichung von Verpflichtungen aus Onlinetransaktionen wenig geeignet sind. Im Vergleich dazu wird zum Beispiel in Deutschland eine Rechnung meistens per Überweisung ausgeglichen. Durch die Regulierung des europäischen Zahlungsverkehrs (IBAN/SWIFT) sind EU-Überweisungen großteils gebührenfrei möglich.
Im Oktober 2002 wurde PayPal von eBay für 1,5 Milliarden US-Dollar erworben.[6] PayPal war zuvor die beliebteste Bezahlmethode von mehr als der Hälfte der eBay-Benutzer und der Service konkurrierte mit eBays Tochtergesellschaft Billpoint. eBay hat seitdem seinen Billpoint-Service zu Gunsten von PayPal auslaufen lassen. Die meisten der Hauptkonkurrenten von PayPal sind eingestellt worden oder wurden verkauft; Citibanks c2it-Service wurde Ende 2003 geschlossen und Yahoos PayDirect-Service schloss Ende 2004. Western Union machte im Dezember 2005 die Schließung seines BidPay-Services bekannt, verkaufte ihn dann aber 2006 an die CyberSource Corporation. Eine Anzahl von Mitbewerbern, die einige mit PayPal vergleichbare Services anbieten, wie zum Beispiel Wirecard und Moneybookers, sind weiterhin im Geschäft.
PayPals gesamtes Bezahlvolumen, der Gesamtwert der Transaktionen im vierten Quartal 2006 betrug 11 Milliarden US-Dollar mit einer Steigerungsrate von 36 % pro Jahr. Die Firma fokussiert sich weiterhin auf internationales Wachstum und das Wachstum seiner Händlerserviceabteilung, Onlinebezahlservices auch außerhalb eBays anzubieten.
Seit Oktober 2008 ist die Zahlung auf eBay in den USA nicht mehr mit Scheck oder Überweisung möglich. Die Kunden müssen nun per Kreditkarte oder mit PayPal zahlen. eBay begründet diesen Schritt mit einem erhöhten Käuferschutz. Damit erhöhen sich allerdings auch die Umsätze eBays und der Tochtergesellschaft PayPal.
Es steht seit Februar 2004 eine deutschsprachige PayPal-Website zur Verfügung. In den Online-Marktplatz eBay wurde PayPal im Juni 2004 integriert. PayPal hat alleine in Deutschland inzwischen über 10 Millionen Kundenkonten.
PayPal-Nutzer können in Deutschland mittels Lastschrift, Kreditkarte, Online-Überweisung (mittels giropay) und Guthaben auf dem PayPal-Konto bezahlen.
Im Oktober 2010 beteiligte sich PayPal an dem deutschen Factoringunternehmen BillSAFE und bietet seinen Nutzern seit 4. November 2010 zusätzlich die Zahlungsart „auf Rechnung“ an.
Am 2. Juli 2007 wechselte PayPal seinen Status in Europa zu einer Bank, nachdem es von der luxemburgischen Bankbehörde eine Banklizenz für Europa erhalten hatte. Alle Konten von PayPal wurden an diesem Tage von PayPal (Europe) Ltd. nach PayPal Luxemburg transferiert. Dies hatte auch eine Überarbeitung der Nutzungsbedingungen zur Folge. PayPal wird seitdem von der Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF) reguliert. Ein Guthaben auf einem PayPal-Konto ist nicht durch das Einlagensicherungssystem geschützt. Der Wechsel des Kontos von PayPal (Europe) Ltd. zu PayPal Luxemburg erfolgte automatisch. Die genaue Bezeichnung der neuen Firma lautet „PayPal (Europe) S.à r.l. & Cie, S.C.A.“. Die Gebühren und der Käuferschutz waren von dem Wechsel nicht betroffen.
PayPal nutzen inzwischen 40.000 Online-Händler. In Deutschland gibt es mehr als 15 Mio. Kundenkonten, dies entspricht ca. 50% der gesamten Online-Käufer.
Wie funktioniert PayPal?
Auch für Händler, die keinen klassischen Warenkorb haben bietet PayPal eine “Bezahllösung” an.
Die Klassiker allerdings sind:
- PayPal Express
- PayPal Basis
- PayPal Starter
Die Konditionen
Grundsätzlich gilt: Jede in Euro empfangene Zahlung innerhalb Deutschlands, aus einem Mitgliedsstaat der EU sowie aus Norwegen, Island und Liechtenstein kostet den Händler maximal 1,9 Prozent des Abwicklungsbetrags (Disagio) zuzüglich 0,35 Euro (Transaktionsgebühr). Alle anderen Zahlungen kosten maximal 3,9 Prozent des Betrages plus 0,35 Euro. Und bei höherem Umsatz wird es günstiger:
| Monatsumsatz mit PayPal | PayPal-Gebühren für Euro-Zahlungen innerhalb der EU und aus Norwegen, Island und Liechtenstein | PayPal-Gebühren für alle anderen Zahlungen |
|---|---|---|
| bis 5.000 Euro | 1,9% + 0,35 Euro | 3,9% + 0,35 Euro |
| 5.001 – 25.000 Euro | 1,7% + 0,35 Euro | 3,7% + 0,35 Euro |
| 25.001 – 50.000 Euro | 1,5% + 0,35 Euro | 3,5% + 0,35 Euro |
| > 50.000 Euro | 1,2% + 0,35 Euro | 3,2% + 0,35 Euro |
Hinweis: Bei Umrechnungen aus anderen Währungen in Euro fällt ein Zuschlag von 2,5% auf den marktüblichen Wechselkurs an. Der Fixpreis für den Zahlungsempfang von 0,35 Euro fällt in der jeweiligen Landeswährung an.
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